Bilder von Osthelden wie es bleiben soll !!!

Mit freundlicher Genehmigung der Westfaelischen-Rundschau

 

 12.06.2006      Bericht aus der Westfaelischen-Rundschau

Kreuztal und Wenden an einem Strang

Kreuztal.(pe) Einen eindringlichen Appell, die "Zukunftsfähigkeit der Stadt" nicht in Frage zu stellen, trug Bürgermeister Rudolf Biermann gestern Abend vor dem Infrastrukturausschuss vor. Es ging um ein interkommunales Gewerbegebiet bei Osthelden.

Eine solche Fläche soll in den Regionalplan aufgenommen werden - das wünschte der Ausschuss schließlich, bei einer Gegenstimme. Doch zuvor beschwor Biermann sowohl die Politiker als auch die anwesenden Anwohner aus Osthelden. "Ich habe im Moment den Eindruck, wir befinden uns in einer kommunalen Verweigerungshaltung", sagte er mit Blick auf Widerstände gegen Kaufland und Hellweg-Baumarkt, Südumgehung und Gewerbegebiete. "Da fragt man sich: Warum sitzt man noch hier und will gestalten?" Die gute Infrastruktur, die die Stadt besitze, müsse bezahlt, Abwanderung verhindert werden: "Wir brauchen Arbeitsplätze, im Interesse der Jugendlichen."

"Abgemeiert" fühlte sich von solchen Worten Roland Abel (SPD). "Ich bin erstaunt über Ihre Eingangsschelte. Wir sind Politiker, wir müssen damit leben, dass es Abwägungsprozesse gibt." Dagegen war Heinz Bub (UWG) "sehr angetan" vom Appell Biermanns: "Sie haben es auf den Punkt gebracht."

Die Gewerbeflächen könnten (wie berichtet) im Grenzbereich zwischen den Ortsteilen Altenwenden, Wenden und Kreuztal-Osthelden entstehen, gemeinsam mit der Gemeinde Wenden. Von einem gemeinsamen Gewerbegebiet auf der Wilhelmshöhe hält die Stadt Kreuztal wenig. Davon profitieren würde davon ihrer Ansicht nach nur die Stadt Freudenberg.

Ein gemeinsames Gebiet mit Kirchhundem werde es, so erläuterte Stadtbaurat Vogel, erst geben, wenn die B 517n realisiert werde. Eine Anbindung an die HTS ist allerdings auch für den neuen Vorschlag nach Ansicht der Politiker Pflicht. Helmut Meyer (CDU): "Das Gebiet erscheint uns als die geeignetste Lösung, es ist das momentan einzige und günstigste Gebiet." Und Jochen Schreiber (SPD) fand: "Den Gewerbflächenbedarf haben wir nun einmal. Deshalb ist die Initative des Bürgermeisters und des Stadtbaurates, sich mit den Kollegen in Wenden zusammenzusetzen, sehr positiv zu sehen. Wir wollen hoffen, dass unsere Anregungen bei der Bezirksregierung auf Gehör stoßen."

Bernd Meichelböck (SPD) erklärte, er werde nicht dafür stimmen. Ein Grund dafür sei das Gebiet Wolfshagen, ein Vorschlag, gegen den die Ostheldener energisch protestiert hatten. Wenn aber das neue Gebiet in direkter Nachbarschaft dieses umstrittenen Standortes einmal verwirklicht sei, "dann könnte es heißen: Nun können wir Wolfshagen auch noch dabeipacken." Diesen Bereich hatte die Stadt als "langfristig bedingt geeignet" eingestuft. "Meine Sorge ist, dass, wenn es keine HTS-Anbindung gibt, gesagt wird: Nun müssen wir eben in den sauren Apfel beißen und unten anbinden."

12.06.2006

 

29.05.2006       Bericht aus der Westfaelischen-Rundschau

Kreuztal-Osthelden. Die Bürgerinnen und Bürger von Osthelden haben sich gestern Abend auf einer Versammlung im Vereins- und Bürgertreff kritisch gegen Pläne zur Ausweisung eines Gewerbegebiets auf dem Wolfshagen ausgesprochen. "Mord des Dorfes" befürchtete ein Bewohner, wenn das 29 Hektar große Gebiet auf der Höhe über dem Dorf für Gewerbezwecke erschlossen würde. Viele Menschen, die den reinen Wohnort lieben, fürchten dann um ihre Lebensqualität. Ob es dazu kommt, ist indes ungewiss, wie Stadtbaurat Eberhard Vogel darlegte. Nächste Woche wird der Infrastrukturausschuss die Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan beraten. Vogel nahm von Bürgerinitiative-Sprecher Hans Schneider 400 Unterschriften gegen das Gewerbegebiet entgegen.

bildanzeige

www.westfaelische-rundschau.de

30.05.2006     Bericht aus der Westfaelischen-Rundschau

Kreuztal-Osthelden. "Wir sind zwar erst spät wach geworden, aber wir sind jetzt wach", leitete Hans Schneider die bislang größte Bürgerversammlung im Bürger- und Vereinstreff Osthelden am Montagabend ein (wie kurz berichtet). Dort äußerten die Bewohner ihren Unmut gegen Pläne für ein Gewerbegebiet.

Eine geschickt eingesetzte Computersimulation versetzte die über 100 eng beieinander stehenden und sitzenden Ostheldener in eine Zukunft, in der der Höhenzug "Wolfshagen" Platz für Gewerbe und Industrie bietet. Die grüne Kulisse des westlichsten Kreuztaler Stadtteils wäre dahin, wenn wahr würde, was bislang erst nur ein Gedanke ist: Gewerbe auf 29 Hektar Freiland anzusiedeln.

Stadtbaurat Eberhard Vogel, der in Vertretung von Bürgermeister Rudolf Biermann gekommen war, sah sich allerdings veranlasst, "den Wind aus den Segeln zu nehmen". Er referierte die jüngere Geschichte der Suche der Stadt nach den fehlenden zwei Dutzend Hektar Gewerbeflächen. Dabei habe sich - neben der schwer erschließbaren Krombacher Höhe - eben auch der "Wolfshagen" oberhalb von Osthelden als mögliche Fläche ergeben.

Doch Vogel lieferte gleichzeitig mit den Argumenten pro Wolfshagen die Gegenposition: Auch ihm gefalle nicht der Konflikt der Wohnbebauung oder die unvermeidbare Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, das Osthelden derzeit bestimmt. Andererseits seien Alternativen nicht vorhanden. Mit Freudenberg, wie von der Bezirksregierung empfohlen, wolle Kreuztal kein Gewerbegebiet außerhalb der Stadtgrenzen erschließen. Deshalb werde es wohl auf kleinteiligere Lösungen im Stadtgebiet hinauslaufen, wobei auch "der Wolfshagen einen gewissen Charme hat: "Man muss nicht in den Wald." Doch persönlich, so Vogel, finde er den Standort an der Peripherie der Stadt auch "nicht so doll". Das werde ihn bei seiner Stellungnahme zum Regionalplan sicherlich beeinflussen. Darüber entschieden wird in Infrastrukturausschuss und Rat noch im Juni.

Auch die anwesenden Stadtverordneten Bernd Meichelböck (SPD) und Franz-Josef Kordes (CDU) sowie die sachkundigen Bürger Sigrid Zimmermann (UWG) und Dr. Bernhard Kraft (Grüne) hielten wenig von Gewerbeflächen in Osthelden. Den Bürgern ist die Planung ohnehin suspekt, wie sie mit 400-facher Unterschrift dokumentierten.

Er sei "hierhergezogen, weil es ein wunderschönes Dorf ist", sagte ein Neubürger. Viele junge Familien schätzen die offene Landschaft und die Nähe zur Natur. Auch die baldige Fertigstellung der Hüttentalstraße zwischen Stadtmitte und Krombacher Höhe lässt die Bürger hoffen, dass der enorme Durchgangsverkehr noch dieses Jahr verringert wird. Bauer Hermann Müller appellierte an die Planer, die landwirtschaftlichen Flächen nicht anzutasten. Es sei schon genug Ackerland "umgewühlt" worden.

Industriegebiet

[Home] [Geo] [Historie] [Dorfidylle] [Die Zeit...] [650 Jahre...] [Fotos] [Industriegebiet] [Impressum] [LINKS]