Osthelden - 650 Jahre

(aus der Festschrift zum Jubiläumsjahr 1994)

Warum 650 Jahre ?

Seit wann es eine dauerhafte Besiedlung in der geschützten Mulde am Oberlauf des Osthelder Bachs gibt, ist nicht bekannt.

Eine Dauerbesiedlung für das Siegerland wird für die Frühlatenezeit (500 bis 400 v.Chr.) vermutet.

Der Grund für die Einwanderung und Besiedelung muss mit dem Vorhandensein von leicht erreichbaren Eisenstein zu sehen sein.

Seit dieser Zeit entwickelte sich das Siegerland zu einer wichtigen Eisenregion in Mitteleuropa.

Für die Zeit vor der schriftlichen Überlieferung ist man für die Altersbestimmung eines Ortes auf die Namensforschung und auf die Spatenforschung angewiesen.

Der Name Osthelden bedeutet soviel wie “Ost-Halde (Helde)”.Das Wort Halde ist mit Abhang gleichzusetzen.Das heißt, Osthelden ist der Ort, der mit Osten an einem Abhang liegt.Offensichtlich ist mit dem Abhang der Abbruch des Biggehochlandes durch die Landhecke (Heck)in den Wassereinzugsbereich der Sieg und ihrer Nebenflüsse Hees-, Littfe- und Ferndorfbach gemeint (Siegerland).Daraus lässt sich ableiten, dass Osthelden von Westen aus besiedelt wurde.

Seit dem 8. Jahrhundert drangen die Sachsen nach Süden vor.Die Entstehung der Orte mit der Endung “- hausen” ist für das 8. -9. Jahrhundert anzunehmen. In die sächsische Einwanderungswelle des 10. und 11. Jahrhunderts könnte die Gründung Ostheldens fallen.

Der bekannte Heimatforscher Hermann Böttger schreibt in seinem Buch “Siedlungsgeschichte des Siegerlandes/Siegen 1951(Seite 51)” zu Osthelden folgendes:

“Dieser am östlichen Steilhang (= Halde, Helde) des Biggehochlands zwischen zwei -inghausen (Girkhausen, Kr. Olpe, = Gerhardinghausen und Fellinghausen) liegende Ort ist unzweideutig von Westen her, d.h. vom sächsisch-kurkölnischen Gebiet aus benannt worden.”

Auf dem Gebiet der Gemarkung Osthelden hat bis heute noch keine systematische Spatenforschung stattgefunden.Deshalb sind die frühgeschichtlichen Funde von Werner Georg, über die der “Amateurarchäologe” im folgenden Abschnitt selber berichtet, der einzige sichere Nachweis über eine Siedlung “Osthelden” vor der schriftlichen Überlieferung.

Der erst schriftliche Hinweis auf eine Siedlung in der Nachbarschaft Ostheldens bezieht sich auf den Kirchspielort Ferndorf, der in einer Urkunde von 1067 genannt wird.Erst im 13. Jahrhundert werden dann die schriftlichen Quellen häufiger.

Ostheldens e r s t e schriftliche Erwähnung ist mit dem Jahr 1344 verbunden.

Dieser Hinweis findet sich in dem sogenannten “Mann- und Güterbuch” der Adelsfamilie von Bicken, die ihren Sitz auf Burg (Schloss) Hainchen hatten.

In diesem Buch sind die Besitzungen und Einkünfte der Familie von Bicken aufgelistet.

Erhalten geblieben ist eine Abschrift aus dem Jahre 1590 die im Staatsarchiv Koblenz aufbewahrt wird.

In der Abschrift des Mannbuches von 1590 heißt es im 2. Abschnitt:

It- Her gobel von der Hese vnd  syn lehens erbe ist man der von bicken vmb den zenden zu osthelden vnd vmb den zenden zu felynghuß

Dieser Eintrag bedeutet, dass die Bewohner Ostheldens bis 1344 den Herren von Bicken zehntpflichtig waren, diese Einkünfte jetzt aber an die Familie von Hees übertragen (verkauft) wurden.

Der “Zehnt” war eine wichtige Einnahmequelle für den Adel.Die Bauern hatten den 10. Teil in Naturalien (Getreide usw.) an den Inhaber dieses Rechts abzuliefern.

Dieser Hinweis auf die “steuerzahlenden” Bewohner Ostheldens ist der erste gesicherte Hinweis auf die Existenz einer Siedlung mit dem Namen Osthelden.Deren weitere Entwicklung sich in immer zahlreicheren Urkunden in den nächsten Jahrhunderten verfolgen lässt.

Die Ostheldener feiern also mit Recht im Jahre 1994 das 650 jährige Fest der Ersterwähnung ihres Dorfes.

 

mit freundlicher Genehmigung

Klaus-Dieter Zimmermann

Buchhandlung Otto Zimmermann
Die Zeit... Fotos

 Buchhandlung Otto Zimmermann

Siegener Str.  6 / 57223 Kreuztal / Tel. 02732/ 2358 u.  3358 / Fax 02732/ 4697

  • Osthelden-Junkernhees - Ein Bilderbuch
  • [Home] [Geo] [Historie] [Dorfidylle] [Die Zeit...] [650 Jahre...] [Fotos] [Industriegebiet] [Impressum] [LINKS]